VIRES Mensch–KI-AmpelProvenienz statt Pauschalkennzeichnung
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Bereich 14 · gemeinsame Norm

VIRES Mensch–KI-Provenienzstandard

Die gemeinsame Regel hinter allen Ampeln: Nicht nur KI-Beteiligung markieren, sondern die Entstehung eines Werkes, Systems, Schutzrechts, Unternehmens oder kreativen Produkts langfristig nachvollziehbar machen.

VIRES Mensch–KI-Provenienzstandard
VIRES Provenienznorm

Die Norm hinter der Ampel

Transparenz wird nicht auf ein KI-Symbol reduziert. Dokumentiert werden Ursprung, Zusammenarbeit, Ausführung, externe Evidenz, Entscheidung und Verantwortung.

GRÜN · Mensch GELB · Ko-Kreation ROT · KI-Ausführung EXTERN · Quelle / Entscheidung

1. Grundprinzip

Kernsatz: Nicht „Hat KI mitgemacht?“, sondern „Wer tat was, womit, warum – und wer trug die Entscheidung?“

Der Standard beschreibt die Werk- und Projektgenese. Er trennt geistigen Ursprung von Ausführung, Ko-Kreation von reiner Produktionsarbeit und externe Quellen von Eigenleistung.

2. Vier Provenienzklassen

GRÜN · Mensch

Ausgangsfrage, Erfahrung, Idee, Werte, Zielsetzung, Priorisierung, Human-Gate und finale Verantwortung.

GELB · Mensch–KI-Ko-Kreation

Dialog verändert Analyse, Modell, Struktur, Hypothese, Architektur oder Entscheidungsvorbereitung substanziell.

ROT · KI-dominierte Ausführung

Rechercheassistenz, Formulierung, Varianten, Code, Visualisierung, Tabellen, Layout, QA oder technische Produktion.

EXTERN · Quelle / Umwelt

Fremdliteratur, Messdaten, Patentamt, Gerichte, Behörden, Markt, Plattformen und andere externe Entscheidungen.

3. Mindestfelder eines Provenienzeintrags

Projekt und VersionEindeutiger Bereich, Versionsstand, Datum und Status.
ArbeitsphaseIdee, Recherche, Analyse, Modellbildung, Ausarbeitung, Prüfung, Produktion oder Freigabe.
BeitragsrolleWer brachte Problem, Quelle, Modell, Text, Code, Visualisierung oder Entscheidung ein?
Human-GateWelche Entscheidungen blieben zwingend beim Menschen?
QuellenprovenienzExterne Evidenz wird weder dem Menschen noch der KI als eigene Erkenntnis zugerechnet.
KorrekturhistorieRelevante Fehler, Revisionen und verworfene Annahmen bleiben nachvollziehbar.
MedienprovenienzText, Bild, Audio, Video, Code und Daten können getrennt dokumentiert werden.
AuditfähigkeitSpäter soll erkennbar sein, wie das Ergebnis zustande kam und wer es freigab.

4. Standardprozess

Ausgangsidee / Problem → Quellen- und Datenerfassung → Analyse und Gegenprüfung → Modellbildung / Ausarbeitung → Produktionsarbeit → Qualitätskontrolle → Human-Gate → Veröffentlichung / Einreichung / Umsetzung → externe Rückmeldung → versionierte Korrektur

5. Keine Prozentfiktion als Primärnachweis

Der verbindliche Provenienznachweis basiert auf Rollen und Prozessschritten, nicht auf Wort- oder Zeichenmengen. Ein von KI formulierter Absatz kann vollständig auf einer menschlichen Idee beruhen; eine menschlich formulierte These kann wiederum auf externer Evidenz aufbauen.

Prozentangaben sind nur eine Zusatzbewertung. Sie können das Gesamtbild verdichten, ersetzen aber niemals die detaillierte Rollen- und Prozessprovenienz der Ampel.

6. Versions- und Korrekturregel

Ein neuer Stand soll wesentliche frühere Entscheidungen nicht unsichtbar überschreiben. Relevante Änderungen, korrigierte Annahmen und Rollenwechsel werden so dokumentiert, dass die Entwicklung später nachvollziehbar bleibt.

7. Öffentliche Aussage

VIRES-Transparenzprinzip: Die Öffentlichkeit soll nicht nur erfahren, dass KI eingesetzt wurde, sondern nachvollziehen können, wie Mensch und KI zusammenarbeiteten und wo Verantwortung verblieb.